“Und wann steigen Sie aus?”

Da lese ich gerade einen alten Artikel aus der FAZ von Felicitas von Lovenberg, den ich mir aufgehoben hatte, weil sich die Kurzzusammenfassung spannend anhörte. Der Artikel “Und wann steigen Sie aus” (FAZ, Bilder und Zeiten, 10.11.2007) handelt von der überbordenden Preisgabe persönlicher Informationen im Internet. Der Artikel kritisiert den massiven Wandel, der sich in den letzten 20 Jahren vollzogen hat: von Demonstrationen gegen eine Volkszählung 1987 aufgrund von Datenschutzbedenken bis hin zur maximalen Preisgabe des Innersten im Internet von heute. Der Artikel ist sehr gut geschrieben und auch sehr anregend – aber leider kann ich Frau von Lovenberg nur bedingt zustimmen.
Zum einen war die Paranoia bzgl. einer Volkszählung wirklich übertrieben. Zum anderen sind es nicht die gleichen Leute, die damals demonstriert haben und heute doch Persönliches preisgeben: es sind zwei verschiedene Generationen.
Wir leben heute in einer Aufmerksamkeitsökonomie. Es reicht nicht mehr zu sagen: ich bin hier. Wenn jemand die Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchte, muss er sich interessant machen; und das tut man indem man über sich selbst erzählt. Ob das nun gut oder schlecht ist, möge man in Zukunft urteilen. Sicher: der Datenschutz tendiert gegen null und dass “das Netz nichts vergisst” stimmt wohl auch. Es steht jedem frei, wieviel er von sich preisgibt. Privatheit definiert sich heute anders als früher.

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3 Kommentare zu ““Und wann steigen Sie aus?””

  1. Haruki

    Interessante Links zum Thema:

    Blog: “Mein guter Ruf im Internet”
    Mehr Aufmerksamkeit auf das digitale Umfeld lenken
    http://blog.myonid.de/index.php/2007/12/19/mehr-aufmerksamkeit-auf-das-digitale-umfeld-lenken/

    Blog: “PR Blogger”
    Das Ende der (alten) Privatheit
    http://klauseck.typepad.com/prblogger/2007/07/das-ende-der-al.html

  2. Christian

    Blogeintrag, der zum Thema passt: “Der Journalist und Facebook”, in diesem Blog unter http://www.lesereins.de/?p=50

  3. Christian

    Interessant der Artikel von Frauke Lüpke-Narberhaus bei Spiegel Online, die wirklich ausgestiegen ist:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,532070,00.html

    Ihr Fazit:

    Nach zehn Tagen sage ich: Es ist Jacke wie Hose, ob man noch drin ist oder nicht. Zugegeben: Den ein oder anderen Xing-, Facebook- oder StudiVZ-Freund vermisse ich schon. Und trotzdem bin ich ohne digitales Netzwerk bislang nicht zur Einsiedlerin mutiert.

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