Kirchhoff, “Wo das Meer beginnt”
Gestern habe ich das Buch Wo das Meer beginnt von Bodo Kirchhoff fertiggelesen. Es war mein erstes Buch von Kirchhoff, aber sich nicht mein letztes. Obwohl ich es nur sporadisch abends gelesen habe, hat mich die Geschichte nicht losgelassen. Außerdem schreibt Kirchhoff in einer angenehmen Sprache, die sich vom Zeitungsdeutsch wunderbar unterscheidet.
Zum Inhalt: Schüler Haberland wird mit einer Mitschülerin in Flagranti im Keller der Schule erwischt – vom kompletten Lehrerkollegium. Das Buch hat zwei Handlungsstränge: einmal Haberland im Heute in Lissabon beim Organisieren einer Tagung und einmal eine Erzählung aus der unmittelbaren Zukunft nach dem Vorfall. Diese Erzählung wird hautpsächlich von seinem Lehrer Branzger getrieben, der zwanghaft plaudernd in vielen Terminen Haberland von der Diskussion im Lehrerzimmer erzählt, die nach dem Vorfall abgelaufen ist. Diese Termine haben etwas psychaterhaftes, wobei aber der Lehrer beim Schüler was loswerden möchte und nicht umgekehrt. Wie diese Termine enden möchte ich hier der Spannung halber nicht erwähnen. Ebensowenig, was das Buch noch über Details des Vorfalls im Keller enthüllt (wobei diese Enthüllungen eher unspektakulär sind).
Die Geschichte wickelt einen ein: man möchte in der angenehmen Sprache Kirchhoffs mehr über den Lehrer erfahren, der nebenbei auch noch eine Affäre mit einer Kollegin “gesteht”, und fiebert der Begegnung von Haberland mit Tizia – der Mitschülerin – im Lissabon des Heute entgegen. Diese abschließende Begegnung: findet sie statt? Das bleibt etwas im Vagen.
ISBN: 978-3596-17202-3, © Buchcover: amazon.de
