Rifkin, “Das Ende der Arbeit”

In Das Ende der Arbeit beschreibt Jeremy Rifkin eine potenzielle Zukunft des Erwerbslebens. Mit Beispielen aus aller Welt versucht Rifkin zu belegen, dass immer weniger Menschen zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft und der Produktion benötigt werden. Erreicht werde dies durch technischen Fortschritt, der die Produktivität drastisch erhöhe. Als Ausweg sieht er den sog. Dritten Sektor, der all die Arbeitslosen aufnehmen soll. Der Dritte Sektor ist der Bereich der Non-Profit- und ehrenamtlichen Tätigkeiten.
Das Buch ist sehr lesenwert, da es viele Denkanstöße gibt und Rifkin dem Buch durch die vielen Beispiele einen lebendigen und anschaulichen Anstrich gibt. Es gibt einige Stellen, die etwas zu detailliert und langatmig sind, aber insgesamt hat man in vielen Kapiteln einen Aha-Effekt und glaubt Rifkins Sicht auf die Welt teilen zu können – man kann sich gut in seine Argumentation hineinversetzen und diese neue Perspektive ist sehr anregend.
Manchmal war mir das Buch etwas zu pathetisch (v.a. gegen Ende), aber das gehört wohl zu solchen Zukunftsvisionen dazu besonders wenn sie von Amerikanern geschrieben sind. Wird es wirklich zum Konflikt zwischen der reichen High-Tech Elite und dem armen normalen Menschen kommen? Das scheint mir etwas zu drastisch: auch die “normalen” Menschen werden sich immer mehr mit der Technik anfreunden und sie für ihre Zwecke nutzen – und sei es im Dritten Sektor. Richtig ist sicher, dass es nur wenige Menschen geben wird, die an der Grenze des Fortschritts arbeiten und diese auch vorantreiben. Diese Menschen werden auch diejenigen sein, die finanziell am meisten profitieren. Das war aber immer schon so; egal ob es viel oder wenig Arbeit gab.

ISBN: 978-3596-16971-9, © Buchcover: amazon.de

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