Celan, “Todesfuge und andere Gedichte”
Paul Celan hat den Ruf, schwer zu interpretierende Gedichte zu schreiben. Das Buch Todesfuge und andere Gedichte (Partnerlink) bestätigt diesen Ruf. Paul Celans wohl bekanntetes Gedicht ist die Todesfuge, zu dem auch im Internet einige Informationen zu finden sind. In diesem Buch sind ca. 50 Gedichte in chronologischer Reihenfolge nach Erscheinungsdatum versammelt. Man muss etwas Muße mitbringen, um sich auf die schwierige Sprache einzulassen. Unter jedem Gedicht gibt es einen Verweis auf die Interpretationshilfen am Ende des Buches, die überaus hilfreich sind. Man lernt, dass Celan gar nicht so stark vom Surrealismus beeinflusst war wie die Celan Forschung früher dachte. So werden manche potenziellen Neologismen auf die Lektüre von medizinischer und anderer Fachliteratur zurückgeführt. Andere, scheinbar zusammenhanglose Sprachkonstrukte werden auf die Lektüre bestimmter Zeitungsartikel (u.a. der FAZ) um das Entstehungsdatum des Gedichtes zurückgeführt, was anhand von Textzitaten aus den entsprechenden Artikeln belegt wird.
Neben diesen Interpretationshilfen gibt es eine Zeittafel, sowie einen sehr interessanten Kommentar von Barbara Wiedemann.
Das Buch ist keine leichte Kost, aber nach mehrmaligem Lesen der Gedichte wird die Poesie der Texte deutlich. Andere wiederum sind so schwer verständlich, dass man dem Urteil vieler Rezensenten zustimmen muss, dass Celans Gedichte oft fern von jeder Realität sind, auch wenn die Interpretationshilfe anderes belegt.
ISBN: 978-351818859-0 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de
