Gefälschte Rezensionen auf Amazon
Telepolis ist allgemein eine lesenswerte Seite. Dieser Tage ist dort ein interessanter Artikel zu gefälschten Rezensionen auf Amazon erschienen. Durch gezielte Recherche belegt der Autor Peter Riedlberger, dass Bücher eines bestimmten Verlages mit dem gleichen Wortlaut an Rezensionen versehen sind. Sehr ominös. Mit einer genauen “Anleitung” und vielen Screenshots wird die Recherche belegt.
Er mztmaßt, dass v.a. Computerbuchverlage – wie der Galileo Verlag im Beispiel – gezielt Rezensionen fälschen, weil die kurzlebigen Bücher schnell unters Volk gebracht werden müssen. Erschreckend ist die Feststellung, dass die Verlage direkt auf amazon zugehen, um negative Bewertungen löschen zu lassen und amazon das wohl auch noch tut:
Um Ärger mit den großen Verlagen zu vermeiden, ist Amazon heute meistens bereit, 1-Stern-Rezensionen binnen kurzer Frist zu entfernen. Je weniger Argumente die Rezension anführt, desto eher wird dem Wunsch des Verlages oder Buchautor stattgegeben. Dabei kann natürlich auch ab und zu die eine oder andere legitime Rezension dran glauben, und so verschiebt sich das Wertungsgefüge bei Computerbüchern immer mehr ins Positive.
Im letzten Abschnitt des Artikels gibt der Autor dann aber noch Tipps, was beim Umgang mit Bewertungen bei amazon zu beachten ist und wie man versuchen kann, sich gegen manipulierte Einträge zu schützen.
Spannend ist auch die Diskussion zum Artikel zu verfolgen, wo der Galileo Verlag eine Stellungnahme von Galileo Press veröffentlicht hat. Teilweise melden sich auch betroffene Autoren zu Wort, die “Opfer” gefälschter Rezensionen bei amazon wurden. Am Ende weiß man nicht mehr, was man glauben soll und alles in allem hat hier die “Weisheit der Vielen” eher zur Verwirrung geführt als zu mehr Information beigetragen. Auf alle Fälle ist man nach diesem Vorfall wieder vorsichtiger, was Online Kommentare von Benutzern angeht.
