Welttag des Buches
Heute ist der Welttag des Buches. Was hat es damit auf sich? Auf der Webseite des Welttages des Buches heißt es dazu:
Eine regionale Tradition ist zu einem internationalen Ereignis geworden: 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Über diesen Brauch hinaus hat der 23. April auch aus einem weiteren Grund besondere Bedeutung: Er ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.
Da passt die Meldung der FAZ ja ganz gut, dass die Wikipedia mit dem Bertelsmann Verlag kooperiert, um ein gedrucktes Lexikon mit ausgewählten Artikeln der Wikipedia zu veröffentlichen. Das ist natürlich ein Paradigmenwechsel. Zum einen gibt eine Ikone der Web 2.0 Gemeinde damit ihren nicht-kommerziellen Leitgedanken auf, zum anderen deutet die geplante Überarbeitung der Artikel vor der Veröffentlichung darauf hin, dass man eben nicht mehr der Weisheit der Vielen vertrauen möchte. In einer FAZ.NET-Leserdebatte kann man zum Thema “Wikipedia drucken – ein Irrweg?” mitdiskutieren.
Vielleicht ist damit Brockhaus doch nicht am Ende? Es gibt anscheinend noch einen Markt für gedruckte Lexika – oder aber Bertelsmann lässt hier einen Testballon steigen und plant vielleicht sogar Größeres wie etwa eine mehrbändige Ausgabe mit den vielen Artikeln der Wikipedia. Immerhin ist dieser Versuch nicht der erste: eine gelante 100-bändige Druckausgabe erschien nie und eine Taschenbuchreihe erwies sich als unwirtschaftlich. Da macht es Sinn, dass Bertelsmann klein anfängt und erst einmal nur eine einbändige Ausgabe bringen will.
