Human Globaler Zufall – Das Magazin mit dem roten Faden
An diesem Wochenende habe ich die erste Ausgabe der neuen Zeitschrift Human Globaler Zufall gelesen. Die Zeitschrift hat eine interessante Entsteheungsgeschichte: der Blogger Dennis Buchmann gewann Scoop! – Der Axel Springer Ideenwettbewerb. Nun darf er seine Magazinidee umsetzen, finanziert von Axel Springer. Die erste Auflage erscheint mit 100.000 Exemplaren. Nach einem Jahr muss sich das Projekt tragen.
Was ist der Inhalt des Magazins “mit dem roten Faden”?
HUMANGLOBALER ZUFALL beschäftigt sich mit der vernetzten Welt, berichtet von Menschen rund um den Erdball. Ideengeber und für Entwicklung und Umsetzung verantwortlicher Redakteur ist Dennis Buchmann, 30. Neben den Geschichten von Menschen, die der Zufall trotz unterschiedlicher Nationalität und Herkunft zusammengeführt hat, enthält die Zeitschrift viele Informationen zur Globalisierung.
(Quelle: Pressemitteilung von Axel Springer). Die Idee ist damit aber nicht gut beschrieben. Die ist so: Man nehme sich eine beliebige Person, keinen Prominenten, und mache eine Reportage über ihn. Diese Person “empfiehlt” eine zweite Person auf dem Globus, mit der genauso verfahren wird. So hangelt sich die Zeitschrift am roten Faden des menschlichen Netzwerks entlang, der symbolisch als Lesebändchen in das Heft eingeklebt ist.
Die Reportagen sind alltäglich und haben mich nicht so begeistert, dass ich das Heft abonnieren würde. Die Idee des Magazins ist allerdings grandios und auch sehr schön umgesetzt. Auf den ca. 140 Seiten aus dickem Papier mit Recyclingcharme (sehr angenehm!) sind ca. 200 Fotos in sechs Reportagen untergebracht.
Für Leser, die Reportagen lieben, ist das Heft sicher ein Muss. Für Leser, die neue Konzepte für Magazine mögen, auch. Für Leser, auf die beides nicht zutrifft, ist das Heft ein nettes Lesevergnügen zwischendurch, aber leider nicht mehr.
Ich hoffe, die Zeitschrift hält durch; das haben die Idee und ihr Erfinder Dennis Buchmann verdient.
Warum setzt die Idee nicht mal jemand komplett online um? Wie wäre es mit einem Twitter-basierten Interviewformat im Web? Man suche sich einen beliebigen Web-Bewohner (Blogger, Webseitenbetreiber, E-Mail Partner, Surfer, Spieler, …) und interviewe ihn stilecht über Twitter. Er empfiehlt dann den nächsten zu Interviewenden. So hangelt man sich durch das Netz. Anzeige der Interviewten auf einem Google Maps Mashup wäre ein Muss, ebenso wir ein roter Faden im Layout.
© Heftcover: Human Globaler Zufall

am 24. Oktober 2008 um 14:18 Uhr.
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