Penzu – Tagebuch online führen – ein Schnelltest

Penzu Logo Tagebücher sind in der Regel eine sehr private Art des Schreibens. Durch Web-Tagebücher = Weblogs = Blogs begann dieses Paradigma plötzlich zu wanken. Berühmte Tagebuchschreiber dachten sicherlich nicht im Traum daran, Ihre Gedankenin Echtzeit der Welt mizuteilen. Heute gibt es neben den üblichen Blogdiensten einige speziell auf Tagebücher spezialisierte Seiten wie etwa tagebuchonline.com, das mir persönlich zu poppig aufgemacht ist – ebenso mytagebuch.de. Letzteres verlangt sogar Geld für seine Dienste: “Die Lese-Mitgliedschaft ist kostenlos und kann zum alten Preis von 18,-€/Jahr zu einer Autoren-Mitgliedschaft upgedatet werden.”. Wer für sowas wohl zahlt?

Ein außerordentlich simpler und angenehmer Dienst ist Penzu (gefunden bei BasicThinking). Unaufdringlichliches Layout, sehr intuitive Bedienung und überzeugende Funktionen. Kein Blinken, keine Smilies auf dem Startbildschirm und als Standardeinstellung sind alle Einträge privat.

Die Anmeldung bei penzu geht schnell. Etwas irritierend ist die Abfrage des Geburtsdatums – aber da weiß jeder selbst am besten, was er angibt. Nach der Anmeldung kann man gleich loslegen: es erscheint eine linierte Seite, Klick in die Mitte und einfach tippen. Nach dem Schreiben nicht vergessen den Speichern Button im Kopf der Seite über dem linierten Feld zu klicken – sonst geht der Text verloren. Ein Auto-Speichern habe ich nicht entdeckt; das wäre eine prima Erweiterung.
Besonders liebevoll gestaltet ist die “Getting Started” Seite. Dort stehen Tipps, wie man sich eine Atmosphäre schafft, um angenehm zu schreiben, Hinweise und Tipps, was man so schreiben könnte, und folgende Warnung:

Warning: Many people report that after writing, they sometimes feel somewhat sad or depressed. Like seeing a sad movie, this typically goes away in a couple of hours. If you find that you are getting extremely upset about a writing topic, simply stop writing or change topics

Durch Tagebuchschreiben kann man depressiv werden? Ich meine mal gelesen zu haben, dass es Tagebuchschreibern sogar tendenziell besser geht als anderen, weil sie ihre Gedanken durch das Aufschreiben loswerden (ich kann die Quelle des Artikels gerade nicht mehr finden).
Die restlichen Funktionen sind schnell erzählt: man kann Einträge mit anderen teilen (auch anonym), man kann sie sperren (mit einem Passwort) und mehrere getrennte Seiten pro Tag schreiben. Dazu kann man sich alle Einträge tabellarisch anschauen und global durchsuchen. Eine praktische Geschichte.

Screenshot von Penzu

Als Erweiterung des Dienstes könnte ich mir eine API vorstellen, so dass man etwa automatisch ein Tagebuch besuchter Seiten im Web erstellen oder das Google Notizbuch mit dem Dienst koppeln könnte. Oder Einträge per Firefox Plugin wie Twitterbar posten kann.

Ein Besuch von Penzu lohnt sich allemal, alleine schon um die vorbildlich einfache Bedienung zu bewundern. Wie Robert Basic schreibt: Penzu ist ein Vorbild für das KISS Prinzip, KISS = keep it simple and stupid.

Merken Sie sich diesen Artikel in einem Social Bookmarking Dienst
 
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • MyShare
  • Slashdot
  • SphereIt
  • Technorati
  • TwitThis
  • YahooMyWeb

Einen Kommentar schreiben: