Suhrkamp verkauft über BoD
Wie die FAZ gestern im Artikel Bei Anruf Druck von Helmut Mayer in ihrer Printausgabe berichtet, wird der Suhrkamp Verlag mit Books On Demand (BoD) kooperieren, um seine Backlist wenig auflagenstarker Bücher weiter kostengünstig produzieren zu können.
Das ist ein beachtlicher Schritt für einen Traditionsverlag, aber er ist konsequent.
Der Suhrkamp Verlag hat von jeher großen Wert auf die Pflege seiner Backlist gelegt und hält eine besonders große Anzahl von Titeln lieferbar. Um ökonomisch heikle Nachdruckentscheidungen möchte man dabei in Zukunft trotzdem herumkommen.
Man könnte meinen, dass man ja noch günstiger produzieren können müsste, etwa indem man eBooks verkauft, also nur noch digital und ohne physikalisches Pendant. Aber das möchte der Suhrkamp Verlag wohl eher nicht. Zum einen sind die rechtlichen Randbedinungen für eBooks unklar, etwa im Bereich der Vervielfältigung und Verbreitung, zum anderen ist gerade für Suhrkamp-Fans das Buch mit seinem Cover als solches etwas Kaufenswertes.
Mayer berichtet, dass der Hanser Verlag ebenfalls schon konsequent auf moderne On-Demand Produktionstechniken setzt.
Für die Freunde des haptischen Bucherlebnisses ist der Schritt des Suhrkamp Verlags sicher ein Schritt in die richtige Richtung. So befördert die digitale Welt nicht den Tod des gedruckten Buches, sondern trägt zu seiner Vielfalt auch im Bereich der auflagenschwachen Ausgaben bei.
