July, “Zehn Wahrheiten”
Die Kurzgeschichten in Zehn Wahrheiten (Partnerlink) von Miranda July (Wikipedia) habe ich schon seit einigen Tagen hier liegen um eine Rezension zu schreiben, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob sie mir gefallen haben oder nicht.
Wenn das Leben ein Gleisnetz ist, dann gibt es Hauptstrecken und Nebenstrecken. Miranda Julys (Homepage) Figuren sind auf selten befahrenen Nebengleisen unterwegs. Man glaubt immer, das vielvefahrene und lebhafte Hauptgleis zu sehen, kann es aber nie wirklich ausmachen. Die Menschen in den Geschichten scheinen alle an einer unscheinbaren Weiche ihres Lebens ungeschickt abgebogen zu sein.
Alles in den Geschichten scheint real und sehr gegenwärtig und doch weit weg; weg vom “Normalen”, weg vom “Mainstream”, abseits vom Glück und von einem “eingegleisten” Leben. Die Figuren sind extrem präsent. Man taucht ein in ihre Obsessionen, ihr Unglück, ihre Ausweglosigkeit. Während der Geschichten begleitet man sie ein Stück auf ihrem Nebengleis, das – selten befahren – manchmal etwas ruckelig ist und bei dem man auch ständig über neue verrostete Weichen wackelt.
Wer wissen will wie sich die Nebengleise des Lebens anfühlen, der sollte Miranda July lesen.
ISBN: 978-325706605-0 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de
