Finanzkrise, Leitmedien und die Zukunft des Lernens
- Der Netzökonom Holger Schmidt hat heute einen umfangreichen Artikel Das Internet wird zum Leitmedium in den FAZ Blogs geschrieben. Die vielen Statistiken im Artikel belegen die Aussage im Titel des Artikels. Am Ende gibt es auch eine schöne Linksammlung zu Quellen.
- Wer sich während der Finanzkrise fragt, Wo ist das Geld geblieben? der sollte den gleichnamigen Zeit-Artikel lesen. Der rote Faden ist frappierend: zuerst vergibt man Kredite. Dann verkauft man diese Hypotheken. Die Nachfrage ist so groß, dass nicht genügend Kredite verkauft werden können, also vergibt man sie ohne Sicherheiten, um neue zu generieren, damit man wieder was zum Verkaufen hat. So baut sich eine Blase auf, die platzt als man merkt, dass mehr Immobilien geschafen wurden als man kaufen kann und daher die Preise fallen. Nun sind auch die verkauften Hypotheken wertlos und die Käufer (weltweite Banken) verlieren auch. Brillant geschrieben, sehr gut erklärt. Lesen! Basic Thinking hat den Artikel auch empfohlen.
- Bei ReadWriteWeb wurde eine Aussage von Tapscott diskutiert: Education 2.0: Never Memorize Again?.
Tapscott, considered by many to be a leading commentator on our Internet age, believes the age of learning through the memorization of facts and figures is coming to an end. Instead, students should be taught to think creatively and better understand the knowledge that’s available
Tapscott ist der Meinung, dass wir weniger Fakten und Details lernen sollten und stattdessen mehr Methodenwissen. Er schlägt vor, die Details bei Bedarf zu googlen. Beispiel: Es sei nicht wichtig zu wissen, wann die Schlacht bei Hastings stattgefunden hat, sondern nur, dass sie stattgefunden hat. Die Details kann man dann nachschlagen.
Ein gefährlicher Weg, wenn man diese Ratschlage konsequent bis zum Ende durchdenkt. Wenn niemand mehr Details kennt, hat auch niemand mehr ein fundiertes Wissen. Damit könnte man dann also keine Detailanalysen und Entscheidungen mehr herbeiführen, ohne vorher irgendwo nachgeschlagen zu haben.
Recht hat Tapscott mit dem Wunsch, das Methodenwissen zu stärken. Die Medienkompetenz heutiger Schüler muss gestäkrt werden, damit sie wissen, wie man im Internet sucht und wie man die gefunden Informationen einzuordnen und zu bewerten hat. Aber zur schnellen Bewertung/Einordnung/Einschätzung braucht man häufig ein halbwegs fundiertes Wissen. Sonst nimmt man viele Informationen als gegeben hin und hinterfragt sie nicht mehr, weil man zu träge ist, die Details nachzuschlagen.
