Eagleton, “Der Sinn des Lebens”
Ein Jahresanfang ist häufig Anlass, das vergangene Jahr zu reflektieren und über den Sinn des Lebens nachzudenken. Wer dazu noch Anregungen sucht, wird in Der Sinn des Lebens (Partnerlink) von Terry Eagleton fündig. Das dünne Büchlein ist amüsant zu lesen, denn Eagleton sagt, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens zwar eine sehr ernste Frage, aber auch eine sehr lustige Frage sei.
Vorweg: die eine Antwort wird nicht gegeben. Stattdessen verfolgt Eagleton zwei Fragestellungen: die eine nach dem Leben, die andere nach dem Sinn, den man im Leben sucht. Was ist das Leben? Gibt es genau das Leben? Ist das Leben eine persönliche Sichtweise oder gibt es das Leben?
Und Sinn? Gibt es den Sinn? Oder etwa mehrere? Wo muss man ihn suchen?
Die vielen Antworten und Sichtweisen werden kurz angerissen und ein paar Für und Wider genannt. Eine Meinung muss man sich selbst bilden. Es stehen viele kluge Sätze im Buch und trotz seiner Kürze kann man sich mit den Fragestellungen und offenen Aussagen im Buch lange beschäftigen. Ein Beispiel vom Schluss des Buches:
Der Sinn des Lebens ist nicht die Lösung eines Problems, sonderneine bestimmte Art zu leben. Er ist nicht metaphysisch, sondern ethisch. Er ist nichts vom Leben Losgelöstes, sondern das, was das Leben lebenswert macht – das heißt eine bestimmte Qualität, Tiefe, Fülle und Intensität ds Lebens. In diesem Sinn ist der Sinn des Lebens das Leben selbst, auf eine bestimmte Weise betrachtet.
Das erinnert mich an Zahlenreihen, deren kürzeste Beschreibung die Zahlenreihe selbst ist, d.h es gibt keine Regel, nach der man die Zahlenreihe fortsetzen kann. Aber wie gesagt: das ist nicht die eine Antwort auf den Sinn, sondern eine von vielen, über die man nachdenken kann. Am Ende bleibt einem Wittgensteins Weisheit: “Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist”.
Ein Interview mit dem Autor zum Buch kann man sich auf YouTube anschauen:
ISBN: 978-344641000-8 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de
