Braucht der Diogenes Verlag das Kino?

Heute kam der neue Newsletter des Diogenes Verlages. Gespannt auf neue Bücher war ich doch verblüfft, als praktisch nur Werbung für Kinofilme (!) im Newsletter zu finden waren. Natürlich gibt es die Bücher zu den Filmen bei Diogenes. Die Filme und ein paar Trailer gibt es auch im Webmagazin des Verlages.
Ich finde den Newsletter unpassend und die Bücher werden durch die Verfilmung und die Ankündigung, dass sie für 200 Oscars nominiert sind, auch nicht interessanter. Es sind ja nicht die Bücher nominiert … Ich bin mir sicher, dass es Marketingmaßnahmen gibt, die mehr Aufmerksamkeit beim Leser (!) erzeugen als Kinowerbung. Leser erwarten Buchwerbung und keine indirekte Anmache über ein anderes Medium.
Anscheinend ist das Geschäft aber lohnend, wenn man ein Buch im Angebot hat, das verfilmt wird. Die meisten Leute, die ich kenne, möchten das Buch nicht mehr lesen, wenn sie den Film gesehen haben. Und meist ist das Buch besser – jedenfalls in den Augen der Leser. Ein Buch gibt die Bilder nicht vor, die der Film vorgibt – die Bilder entstehen im Kopf und nicht auf der Netzhaut . Das Buch fordert und berieselt nicht. Ein Buch muss man sich erarbeiten und kann es (selten) konsumieren wie einen Film. Ein Buch kann Dinge sagen, die ein Film nicht sagen kann – da hilft auch nichts, dass ein Bild mehr sagt als 1000 Worte.

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