Lionni, “Frederick”

Frederick (Partnerlink) von Leo Leonni ist ein Buch für Träumer.
Fünf Mäuse wohnen in einer alten Mauer. Da der benachbarte Bauernhof verlassen ist, müssen sie selbst ihre Wintervorräte sammeln. Aber nur vier von ihnen sind im konventionellen Sinne fleißig; die fünfte Maus, Frederick, “sammelt Sonnenstrahlen”, Eindrücke, Wörter – er sammelt Wahrnehmungen verschiedener Art. Seine Freunde lassen ihn gewähren und sammeln die Vorräte alleine. Dann kommt der erste Schnee und die Mäuse ziehen sich in die Mauer zurück. Die erste Zeit geht alles gut, weil es ja genügend Vorräte gibt. Dann sind die Vorräte aufgebraucht und die Mäuse stellen Frederick zur Rede, wo denn seine “Vorräte” seien. Frederick erzählt nun von der Sonne und schwört in den Köpfen seiner Mitmäuse Bilder vom Sommer herauf. Damit überstehen die Mäuse dann wohl den Rest des Winters.
Wie in Lindgrens “Tomte Tummetot” motiviert hier ein Einzelner seine Mitbewohner mit Bildern von besseren Zeiten (vom Sommer). Es ist ein Plädoyer für Träumer, die in schlechten Zeiten mit schönen Künsten den Mitwesen den Schrecken des Jetzt nehmen. Die Kleinen verstehen zwar die Geschichte, aber vielleicht noch nicht vollständig den Sinn, den ein Erwachsener in die Geschichte interpretiert: nicht alles im Leben muss im konventionellen Sinne “nützlich” sein. Auch die Muse und das Schöngeistige haben ihren Platz im Leben. Die Kleinen mögen aber die deutlichen Zeichnungen und den klaren Einklang von Erzählung und Darstellung. Ein schönes Buch, ein Klassiker, eine Kaufempfehlung.

Wer in das Buch reinschauen möche, kann sich Frederick bei Google Books teilweise anschauen.

ISBN: 978-340776007-4 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de

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