Yoshimoto, “Federkleid”
Federkleid (Partnerlink) von Banana Yoshimoto ist nach “Kitchen” mein zweiter Roman des japanischen Shootingstars.
Hotaru ist in der Großstadt Tokio sehr allein, nachdem sie von ihrem Liebhaber verlassen wurde. Sie zieht zu ihrer Großmutter aufs Land, an die Orte ihrer Kindheit. Die Natur sowie alte und (scheinbar) neue Freunde bilden den Hintergrund für eine übersinnliche Reise zu längst verschütteten Jenseitserfahrungen und emotionalen Wechselbädern. Am Ende verarbeitet Hotaru ihren Schmerz und kommt wieder im Leben an, dem sie lange entrückt schien.
Yoshimoto erzählt in lakonischen Worten eine zeitlose Geschichte mit offenem Ausgang – und man hört ihr gerne zu. Es scheint als hätten Hotarus Verbindungen in die Vergangenheit nur darauf gewartet, wieder abgerufen zu werden, um einen Kreis zu schließen.
Ich hätte mir in diesem Buch noch mehr Anteile von Murakami gewünscht, den eine FAZ Rezensentin laut Klappentext im Buch heraushören will; also noch mehr absurde Einfälle und Querverbindungen wie die Suppenküche von Hotarus Freund Mitsuru, der eine Art wildes Restaurant betreibt, in dem er Tütensuppen verkauft, die er mit frischen Zutaten aufpeppt. Das Buch war eine nette Unterhaltung, aber sicher kein Bestseller. Die lakonische Sprache transportiert wunderbar das entrückte Moment japanischer Landschaften. Die wirkliche Welt ist ausgeblendet, es existiert nur die Welt der Protagonisten. Es ist angenehm, in dieser Melange aus Unglaublichem und Querverbindungen zu lesen.
ISBN: 978-325723798-6 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de

am 16. April 2010 um 06:31 Uhr.
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