Hoeg, “Das stille Mädchen”
Ein seltsames Buch: Das stille Mädchen (Partnerlink) von Peter Hoeg, der dem ein oder anderen als Autor von Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Partnerlink) bekannt sein dürfte. Vielleicht habe ich das Buch nicht verstanden, vielleicht ist es aber auch so verworren. Die Geschichte ist schnell zusammengefasst: Kasper Krone ist Zirkusclown und hat seit einem Unfall in seiner Jugend ein perfektes Gehör. Er vollbringt übermenschliche Hörleistungen. Gleichzeitig ist man hinter ihm wegen Steuerhinterziehung her. Bei seiner Arbeit als Musiktherapeut begegnet er eines Tages einem Mädchen, dessen “Klang” er nicht ergründen kann. Die Seele des Mädchens strahlt absolute Stille aus, wo sonst in jedem Menschen ein Ton erklingt. Dann wird das Mädchen entführt und die Geschichte beginnt wirr zu werden. Kasper macht sich mit einem Panoptikum an Feunden auf die Suchen nach dem Mädchen und an seine Befreiung. Es gelingt ihm auch. Den Schluss will ich nicht verraten. Das Spektakel hält sich allerdings in Grenzen.
Die Vielzahl an Charakteren erfordert Aufmerksamkeit. Die vielen unerzählten Geschichten und Andeutungen geben dem Buch eine gewisse Würze. Die Absurdität der Ereignisse wird mit jeder Seite größer.
Das Buch ist spannend und voller Geheimnisse, streckenweise ist es atemlos. Es ist allerdings so voll gepackt mit plötzlichen Wendungen mit offenen Anfang und – schlimmer noch - mit offenem Ausgang, dass man irgendwann frustriert ist. Die wenigsten bis keines der Geheimnisse, die im Buch angerissen werden, werden am Ende auch gelüftet. Man hat häufig das Gefühl, etwas überlesen zu haben. Ist das Buch verklausuliert, sind das alles nur komplexe Zeichen, die ich nicht deuten kann? Ich weiß es nicht. Zurück bleibt eine Kette mysteriöser Ereignisse und das Gefühl, dass zu viel nicht erzählt wurde.
Mann muss das Buch nicht gelesen haben.
ISBN: 978-344620824-7 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de
