Lütz, “Gott”

Nach Dawkins “Gotteswahn” suchte ich nach einer Art Gegendarstellung und wurde mit Gott – eine kleine Geschichte des Größten (Partnerlink) von Manfred Lütz (Wikipedia) fündig.
Lütz ist kein Dogmatiker und bei weitem nicht so fanatisch wie Dawkins. Er erhebt mit seinem Buch gar nicht erst den Anspruch, einen Gottesbeweis oder ähnliches zu führen. Sein Buch ist sicher auch keine vollständige Abdeckung aller Aspekte, die ein Denken zum Thema Gott umfasst. Sein Stil ist eher plaudernd und gut verständlich. Die Lektüre berührt den Atheisten genauso wie den Gläubigen, denn es geht auch wider den “schlampigen Atheismus” und den “frömmelnden Glauben”. Die Geschichte von Gott wird nicht von Naturwissenschaftlern erzählt, nicht von Philosophen und auch nicht von Theologen. Gott findet sich im Glauben wieder, im Gottvertrauen wie der Volksmund sagt. Das Bild des tiefgläubigen Müttcherchens, das auf Gott vertrauend und nicht weiter darüber philosophierend durchs Leben geht, ist für Lütz das Sinnbild des gläubigen Menschen.
Gott ist kein Ding “wie ein Schuh”, er ist auch kein Dienstleister, den man im Gebet um einen Gefallen bittet – er sollte also auch nicht derart analysiert werden. In unserer Freiheit zeigt sich Gott. Der Philosoph Robert Spaemann wird im Buch mit den Sätzen zitiert:

Nur wenn Gott ist, gibt es etwas anderes als subjektive Weltbilder, so etwas wie “Dinge an sich” … Es sind die Dinge wie Gott sie sieht. Wenn es den Blick Gottes nicht gibt, gibt es keine Wahrheit jenseits unserer subjektiven Perspektiven … Die Spur Gottes in der Welt sind wir selbst.

Nach der Lektüre von Dawkins “Gotteswahn” tut es gut, ein derart unangestrengtes Buch wie Gott – eine kleine Geschichte des Größten (Partnerlink) zu lesen. Die Leichtigkeit der Sprache auch bei schwierigen Themen überträgt sich auf den eigenen Glauben und macht diesen – fast möchte man sagen – beschwingter. Es spielt keine Rolle, ob man nach der Lektüre all die Thesen, Anmerkungen und Ausführungen wiedergeben kann, die einem den eigenen Glauben stärken: es geht darum, dass man mit einem gestärtkten Glauben an den eigenen Glauben dieses angenehme Buch beschließt.

ISBN: 978-342678164-7 (Partnerlink), © Buchcover: amazon.de

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